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Knoten

Jeder Knoten vermindert die Bruchlast der Flugleine mehr oder weniger erheblich. Die Minderung der Bruchlast hängt von der Art des Knotens und dem Material der Leine ab. Verliert Nylon beim Normknoten, daß ist der altbekannte Oberhandknoten, mit dem Oma auch ein Päckchen verschnürt, etwa 70% seiner Festigkeit, so büßt die Kevlarleine beim gleichen Knoten nur 60% ein. Beim Palstek reduziert sich die Bruchlast auf 50%.
Ein bewährtes Hilfsmittel, hohe Bruchlast zu behalten, ist das sogenannte Schlaufen oder Ummanteln. Dazu fädelt man die Flugleine an den Enden durch ein etwa 20cm langes Stück Hohlschnur aus Nylon. Die so geschützte Leine verliert beim Palstek gerade noch 20% ihrer Bruchlast. Ummantelungssets mit passenden Hohlschnüren und Drahtenden als Fädelhilfe sind im Fachhandel erhältlich. Es ist höchst empfehlenswert, die drachenseitigen Enden der Leinen durch farbige Hohlschnurenden zu kennzeichnen. Ein wirksamer, weil kaum vergeßbarer Farbcode: Grün für die linke Leine, rot für die rechte Leine.
Die Verbindung zwischen Flugleine und Drachen erfolgt normalerweise mit einem kleinen Wirbelkarabiner, der zwischen Waagering und Schlaufe ans Ende der Flugleine geklinkt wird. Puristen gehen auch häufig dazu über, den Wirbel wegzulassen und die Schlaufe mit einem Lerchenkopf-Knoten, auch Buchtknoten genannt, direkt am Waagering zu befestigen. Selbstverständlich kann man die Schlaufe profan mit einem Knoten am Ende der Flugleine bewerkstelligen. Besser, eleganter und erheblich haltbarer ist es, die Schlaufe mit einem sogenannten Spleiß zu realisieren. Dazu wird das Leinenende durch eine Öffnung (Flechtung aufdröseln) in die Leine selbst eingeführt. So entsteht, wenn die Leine unter Zug steht, eine Art Umklammerung, die sehr haltbar ist. Allerdings braucht man für diese Arbeit eine spezielle Spleißnadel, ohne die es nicht funktioniert; Spleißsets mit Nadel, genauer Anleitung und Schutzschlaufen gibt es für wenig Geld im Fachhandel. Weitaus problematischer ist das Spleißen sehr dünner Leinen, denn es artet in eine derartige Fummelei aus, daß man graue Haare bekommen kann. In diesen Fällen hat sich das Ummanteln und fachmännische Verknoten als einfacher und zweckmäßiger erwiesen.
Welche Knoten sind fachmännisch? Nun, mit Darstellungen und Beschreibungen von Knoten könnte man ganze Bücher füllen, und das seefahrende Volk nutzt mehrere Dutzend verschiedener Knoten, um die Schiffahrt angenehm und sicher zu gestalten. Auch unter den Lenkdrachenfans sind solche zu finden, die im Brustton der Überzeugung von den diversen Knoten und ihren Vor- und Nachteilen berichten.
Aber wirklich wichtig und notwendig sind für unsere Zwecke ganze drei Knoten:

  1. Der Lerchenkopf (Bucht) mit doppeltem Schlag. Hervorragend geeignet, um Wirbel, Ringe oder Karabiner an einer Leine zu befestigen.
  2. Der Palstek, das ist eine Schlaufe, die sich nicht zusammenzieht.
  3. Die einfache Schlaufe. Einfach oder doppelt geschlagen ergibt sich eine bewährte Sicherung der Leinenenden.

Stand : 26. Dezember 2001